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Nachrichten für die Wirtschaft - Beiträge 2010
9. Dezember 2010
 
Bald liefert uns Marokko Strom - Die "Desertec Industrie-Initiative"
für erneuerbare Energien kommt voran

 
Die Planungen für den Import von Solarstrom aus den Wüsten Nordafrikas und des Nahen und Mittleren Ostens kommen voran. 2014 soll mit dem Bau entsprechender solarthermi-
scher Kraftwerke in Marokko begonnen werden, bei denen im Gegensatz zu den auch
bei uns eingesetzten Photovoltaik-Anlagen Energie gespeichert und über weite Strecken geleitet werden kann. Einige Jahre danach wird voraussichtlich von dort der erste Strom ins spanische und damit europäische Netz eingespeist. Davon geht die "Desertec Industrie- Initiative" (DII) aus, die die Planungen koordiniert.
 
Ein Jahr nach Gründung der Initiative zog der Vorstandsvorsitzende Paul van Son bei einer Presse-Veranstaltung in Frankfurt eine insgesamt positive Zwischenbilanz. Das Konsortium wird inzwischen von 19 Gesellschaftern (darunter der Deutschen Bank, E.on und Siemens) und 33 assoziierten Partnern getragen. Politische Unterstützung kommt von allen Regie-
rungen Nordafrikas, aber auch aus Syrien und Jordanien.
 
Marokko hat die Nase vorn, denn das Land hat ein 2000-Megawatt-Solarprogramm in die Wege geleitet, das bis 2020 verwirklicht sein soll. Die Ausschreibung für ein erstes 500 Megawatt-Projekt läuft. Schon bei diesem ist vorgesehen, einen Teil des Stroms über bestehende Leitungen nach Europa zu exportieren. Eine Netzverbindung für die Übertragung von bis zu 700 Megawatt nach Spanien ist vorhanden.
 
Rund ums Mittelmeer sollen bis 2020 Projekte zur Gewinnung erneuerbarer Energien mit
20 Gigawatt verwirklicht werden - vergleichbar mit der Leistung von 20 Atomkraftwerken. Desertec denkt aber weiter bis 2050 voraus - wenn auf der Erde gut zehn Milliarden Men-
schen leben werden. "Es geht darum, dann Energie CO2-neutral zu gewinnen", so Max Schön, der Vorsitzende der Desertec Stiftung, die unter anderem von EU-Kommissar Günther Oettinger, den Herrschern von Marokko und Jordanien und der Arabischen Liga unterstützt wird. Schön ist zugleich Präsident der deutschen Sektion des Club of Rome,
der 1972 die "Grenzen des Wachstums" thematisierte und die Nachhaltigkeitsdebatte anschob.
 
Die Techniken sind tatsächlich schon vorhanden, um Energien aus der Kraft der Sonne in den Wüsten Nordafrikas, des Windes und vielleicht auch der Meeresströmungen gewinnen und über weite Strecken bis auch nach Franken transportieren zu können. Viele Details sind noch zu klären. Dazu gehören Fragen der Finanzierung und zwischenstaatliche Verträge. Das größte Hindernis derzeit: Solarstrom aus der Wüste ist momentan noch nicht "markt-
fähig". Würde dieser tatsächlich jetzt in Deutschland angeboten, müsste man fünf Mal so hohe Strompreise zahlen wie heute. Kostensenkung ist deshalb ein großes Thema bei Desertec. Doch die Beteiligten sind zuversichtlich, dass das möglich ist. Sie setzen auf den weiteren Innovationswettbewerb zwischen den Lieferanten der Technik. Denn es locken Milliarden-Aufträge.
 
Die Versorgung Europas mit Strom aus erneuerbarer Energie ist übrigens gar nicht der oberste Leitgedanke für die Planungen. Priorität hat die Energieversorgung für die Staaten mit den Wüsten selbst - zum Beispiel für die Wassergewinnung. Meerwasser-Entsalzungs-
anlagen benötigen viel Strom. Wenn der Wassermangel etwa in Nordafrika behoben werden kann, käme das nicht nur den Menschen vor Ort, sondern auch Europa zugute, wie Schön aufzeigte. Denn die Folgen des Wassermangels lösten die Flüchtlingsströme nach Europa mit aus. Schön: „Gibt es genügend Wasser zum Leben, mindert das den Migrationsdruck auf Europa.
 
Van Son und Schön rückten bei dem Pressegespräch die Vorstellung zurecht, dass sich Desertec nur mit Solarenergie befasse. Auch Windenergie von der Atlantikküste Nordafrikas könne in den Verbund eingespeist werden. Die Passatwinde dort seien viel stärker als die Winde, die die Anlagen an Nord- und Ostsee zum Laufen bringen.
 
Letztlich definiert man bei Desertec eine Energie-Region "Eumena" - die Menschen in Europa, dem Mittleren Osten und Nordafrika säßen hier sprichwörtlich in einem Boot. Genau gesagt, wären es bis 2050 dann rund 1,4 Milliarden Menschen.
 
"Wir werden weltweit zu einem völlig neuen Energiesystem kommen", sagte Schön voraus. Nach dem Muster der Desertec-Initiative gibt es inzwischen in Ostasien eine "Gobitec- Initiative", genannt nach der Wüste Gobi. Erneuerbaren Energien sollen auch in China, Japan und Korea einmal die Zukunft gehören.  - wm -
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11. November 2010
 
"3. Arabien-Round Table" – Special Irak
 
Seit Oktober sind 18 junge irakische Fachkräfte im Rahmen des Projekts "Irak-Horizonte 2015: Heute säen, morgen ernten" für zehn Wochen in Deutschland. Sie werden hier Deutsch lernen und in deutschen Unternehmen hospitieren. Zwei davon sind bei Nürnberger Firmen im Einsatz. Die Stipendiaten kommen aus allen Landesteilen: Erbil, Nadschaf, Bagdad, Basra, um nur einige zu nennen. Sie sind hauptsächlich Ingenieure, arbeiten in privaten oder staatlichen Unternehmen. Sie sind Schiiten, Sunniten, Kurden, Christen, doch das spielt keine Rolle. Sie verbindet, dass sie Englisch sprechen, hochqualifiziert, kommu-
nikativ, motiviert und nicht älter als 35 Jahre sind, in einem festen Arbeitsverhältnis stehen, von ihrem Arbeitgeber geschätzt und unterstützt werden. Und außerdem verbindet sie ihr Wunsch und der ihrer Arbeitgeber, Deutschland kennen zu lernen, die Sprache zu lernen und enger mit deutschen Unternehmen zusammen zu arbeiten.
 
Wir möchten diese seltene Gelegenheit nutzen und Sie mit den "Nürnberger Hospitanten" aus dem Irak im Rahmen unseres "3. Arabien-Round Table" in zwangloser Atmosphäre ins Gespräch bringen.  - Christian Hartmann, IHK Nürnberg für Mittelfranken -
 
Termin: Mittwoch, 17.11.2010, 15:00 bis ca. 18:00 Uhr
Veranstaltungsort ist die is Industrial Services AG, Nordring 26, 90408 Nürnberg.
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11. Oktober 2010
 
Arabische Länder ziehen immer mehr Touristen an
 
Viele arabische Länder melden einen rasanten Anstieg der Touristenströme. Hier einige Beispiele:
 
Eine der größten Wachstumsraten des Fremdenverkehrs hat
Syrien. Das Land zog allein von Januar bis einschließlich August 6 Millionen Besucher an – so viele wie im ganzen Jahr 2009. 2000 waren es über das ganze Jahr hinweg nur 800.000, 2005 schon 3,6 Millionen gewesen. Die Planung geht von einer Verdoppelung der Zahlen alle fünf Jahre aus. Für die ersten acht Monate 2010 meldet Jordanien einen Anstieg der Besucherzahlen um
22 Prozent auf 5,7 Millionen. Die Tourismusbehörden des Libanon erwarten für 2010 rund
2,25 Millionen Besucher. Im ersten Habjahr kamen 964 000 – 26,6 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2009. Weitere Hotelkapazitäten werden aufgebaut.
 
In
Ägypten stiegen die Besucherzahlen im ersten Halbjahr 2010 um 21 Prozent auf rund
7 Millionen. Für das ganze Jahr gehen die Prognosen von 15 Millionen aus, bis 2022 sollen es 25 Millionen werden.
Marokko meldet für die Zeit von Januar bis Juli etwa 5,6 Millionen Besucher. Bis Jahresende werden 9 Millionen erwartet – 6 Prozent mehr als 2009. Der Tourismussektor steuert inzwischen
9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei.
 
Nach
Dubai flogen im ersten Halbjahr 2010 fast 4,2 Millionen Touristen – rund 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Übernachtungen von 10,5 auf 12,5 Millionen. Auch Abu Dhabi meldet allein für den Juli einen Anstieg der Besucherzahlen um 16 Prozent. Für die gesamten Vereinten Arabischen Emirate sind für die nächsten acht Jahre weitere 235 Milliarden Dollar an Investitionen in den Tourismus-
sektor geplant.
 
Auch im
Oman trägt der Tourismus inzwischen 2,9 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Zwischen 2007 und 2009 stieg die Zahl der Besucher von 1,36 auf 1,59 Millionen. Nach den ehrgeizigen Plänen sollen es bis 2020 rund 12 Millionen werden.  - wm -
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2. August 2010
 
Freihandelszonen im weltweiten Vergleich – die VAE liegen vorne
 
Die Dubai Airport Free Zone steht auf Platz zwei im internationalen Freihandelszonen- Vergleich des Foreign Direct Investment (fDi) Magazine. Bewertet wurden in der Studie
„Free Zones of the Future 2010/11" 200 der über 700 Freihandelszonen weltweit. Insgesamt schafften es sieben Sonderwirtschaftszonen aus vier arabischen Ländern in die Top 10.
 
Platz eins belegt zwar die Shanghai Walgaoqlao Free Trade Zone in China – China taucht aber unter den weiteren Top 25 nicht mehr auf. Auffällig ist dagegen die Präsenz der Freihandelszonen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die sieben der ersten
25 Plätze belegen. Nur in den Freihandelszonen dürfen ohne inländische Gesellschafter Unternehmen in den VAE gegründet werden, steuerlich gelten Sonderkonditionen. Zugleich ist das System der Freihandelszonen in den VAE sehr ausdifferenziert.
 
Das Ranking ergab sich aus der Bewertung von acht Einzelkategorien. Der Gewinner unter den arabischen Freihandelszonen, die Dubai Airport Free Zone, platziert auch in den Kategorien „Best Foreign Direct Investment Promotion Strategy" und „Best Transport" an zweiter Stelle. Beim Transport sind die VAE ohnehin ganz vorne: Sie besetzen acht der zehn besten Plätze; die Jebel Ali Free Zone steht hier ganz vorne. Als „Best Incentives" wurden vom fDi Magazine abermals drei Kandidaten in den VAE ermittelt: Dubai Knowledge Village, Dubai Media City und Ajman Free Zone.
 
Jordanien ist mit der Aqaba Special Economic Zone auf Platz vier im weltweiten Vergleich und Platz zwei in der Kategorie „Best Airport Zone" dabei. Gut schneidet auch die Tanger Free Zone in Marokko ab: als zweitbeste Hafenzone insgesamt auf Platz acht im weltweiten Vergleich.
 
Als weitere Kategorien gingen die Faktoren Wirtschaftspotential, Wirtschaftlichkeit und Infrastruktur in das Ranking mit ein.  -anm-
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28. Juli 2010
 
Nicht überall sind die Geschäfte leicht
 
Die Arabische Welt ist kein homogener Wirtschaftsblock – ebenso wenig wie Europa. Die Weltbank hat in einem Bericht „Doing Business in the Arab World 2010" die Unterschiede herausgearbeitet.
 
Am einfachsten sind demnach Geschäfte mit Saudi-Arabien. Im Vergleich zwischen allen Ländern auf der Welt besetzt das Land Rang 13 des „Ease of Doing Business-Index".
Es folgen Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Qatar und Kuwait sowie Oman und Tunesien. Das setzt natürlich immer voraus, dass man die richtigen Kontakte knüpfen konnte.
 
Auch beim Kriterium „ease of starting a business" steht Saudi-Arabien auf Platz eins, diesmal gefolgt von Ägypten, den VAE und Tunesien. Es werden Arbeitskräfte gesucht?
Am leichtesten sind sie in Bahrain, Oman, Kuwait und den VAE zu finden; Marokko bildet hier das Schlusslicht.
 
Kredit gefragt? Den gibt es wiederum am ehesten in Saudi-Arabien, gefolgt von Ägypten. Beim Investoren-Schutz steht Saudi-Arabien auf Platz eins. Und wie sieht es bei grenz-
überschreitenden Handelsaktivitäten aus? Da waren beim Ranking die VAE die Gewinner, vor Saudi-Arabien, Ägypten und Bahrain; vom Irak aus läuft eigentlich nichts weiter. Eine Rolle spielen bei Geschäften natürlich die Import-Dokumente, die man jeweils braucht.
Die Anzahl schwankt zwischen fünf (Djibouti, Saudi-Arabien und VAE) und elf (Mauritanien).
- wm -
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15. Juli 2010
 
Neue Verkehrswege am Golf - Bahn-Boom steht bevor
 
Schon 2011 sollen die Bauarbeiten für eine Metro in Abu Dhabi beginnen. Das Abu Dhabi Department of Transport will das 131 km lange Streckennetz bis 2016 fertiggestellt haben. Als Kosten allein dafür sind 7 Mrd. US-Dollar angesetzt. Bereits seit 2006 stand das Projekt im Rahmen eines Masterplans für öffentlichen Verkehr in Abu Dhabi in Planung. Neben der - weitgehend unterirdisch verlaufenden - U-Bahn sieht die Planung zudem Fernverkehrs-
strecken und Straßenbaumaßnahmen vor. Insgesamt sollen 82 Mrd. US-Dollar für den Ausbau des Verkehrswesens ausgegeben werden.
 
Die Metro Abu Dhabi wird das fünfte U-Bahn-Netz im Nahen Osten - nach Haifa (1959), Kairo (1987), Teheran (1999) und Dubai. In Dubai wurde erst im September 2009 nach vierjähriger Bauzeit der erste Teilabschnitt eröffnet. Im August 2011 steht die Fertigstellung einer zweiten U-Bahn-Linie an. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts war um das Jahr 2020 geplant. Seit Anfang 2010 jedoch verlangsamen Finanzierungsprobleme den weiteren Bau - dabei wurde erst letztes Jahr bekanntgegeben, dass sich nach einer Erweiterung
der Pläne für das 4-linige Metronetz die anfänglich veranschlagten Baukosten von rund
3,8 Mrd. € auf 5,7 Mrd. € erhöht haben: Schließlich soll sich die auf 170 bis 200 km lange, durchwegs führerlose Metro zum Rückgrat eines Verkehrsverbundes zwischen Schienen-, Straßen- und Wasserwegen etablieren. Auch in Jeddah, Damaskus und sogar Bagdad ist eine Errichtung von Metronetzen in Planung.
 
Das sind aber nur Bausteine des Umbruchs, in dem sich das gesamte Verkehrssystem in den schnell wachsenden Golfstaaten und auf der Arabischen Halbinsel befindet. Nicht nur städtische Metronetze, sondern auch nationale Fernverkehrsnetze sind in allen Golfstaaten im Gespräch. Eine 1500 km lange Bahnverbindung zwischen den einzelnen Arabischen Emiraten soll in 7 bis 8 Jahren fertig sein (siehe auch
http://abu-dhabi-metro.com/featured/
gcc-countries-to-get-connected-via-a-rail-system
). Es gibt Pläne, eine Hochgeschwindig-
keits-Ringbahn rund um die Arabische Halbinsel zu verlegen.
 
Bekanntlich hat die Deutsche Bahn (DB) mit der Qatar Railways Company (RAIL) im November 2009 eine Planungs- und Managementgesellschaft zur Umsetzung ihres Schienenverkehrskonzepts für Qatar gegründet. Das 1,7 Mrd. € schwere Projekt umfasst sowohl ein Fernverkehrsnetz mit Anbindung an die Nachbarstaaten Bahrain und Saudi Arabien als auch ein Metronetz in der Hauptstadt Doha.
 
Da die demographisch und wirtschaftlich schnell wachsenden Golfstaaten bisher bus- und bahnlos waren bzw. sind, fehlt hier das nötige Fachwissen - und damit öffnet sich mit der Verkehrsplanung wieder ein Bereich, in dem deutsches Knowhow gefragt ist. Auch einige mittelfränkische Firmen führen längst Kooperationsgespräche mit potenziellen Partnern. Eine Übersicht über laufende und geplante Schienenverkehrs-Baumaßnahmen (und andere Bauvorhaben im Mittleren Osten) findet sich unter:
http://www.zawya.com/middle-east/
transport  - anm -
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4. Juni 2010
 
Golfstaaten streben nach wirtschaftlicher Führung
 
Nach neuesten Daten der National Commercial Bank (NCB) in Saudi-Arabien (der größten Bank des Landes) summierte sich das Außenhandelsvolumen der sechs Golf-Staaten Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) 2009 auf 758 Mrd. Dollar. 55 Prozent wurden mit Geschäftspartnern in Asien abgewickelt.
Im angelaufenden Jahrzehnt würden die Golfstaaten eine der führenden Wirtschaftsmächte der Welt sein, heißt es in einem aktuellen NCB-Bericht.
 
Natürlich muss man sich die einzelnen Länder ansehen. Beispiel: VAE. Nach den neuesten Prognosen von Anfang Juni geht das Wirtschaftsministerium in den Vereinigten Arabischen Emiraten für dieses Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent aus. Drastisch gesunken ist die Inflationsrate: von 12,3 Prozent im Jahr 2008 auf voraussichtlich nur noch 1,1 Prozent im laufenden Jahr 2010.
 
Unschön: Die VAE und andere verabschieden sich vom Euro in ihren Währungsreserven. Der Iran hatte zuletzt sein Öl nur noch gegen Euro verkauft, ist aber reumütig zum Dollar zurückgekehrt.  -wm-
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29. Mai 2010
 
Aqaba als neues Drehkreuz
 
Das Gebiet um den jordanischen Hafen Aqaba am Roten Meer wird zu einem neuen internationalen Wirtschafts-, Finanz- und Tourismus-Zentrum im Nahen Osten ausgebaut. Der Spatenstich für das 10 Mrd.-Dollar Projekt "Marsa Zayed" erfolgte am 28. Mai 2010. Investor ist Al Maabar International Investments aus Abu Dhabi. Erwartet werden Investitionen von insgesamt 18 Mrd. Dollar.  -wm-
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21. März 2010
 
Marktpotential für islamisch-konforme Bankprodukte in Deutschland
 
Eine Studie des Institute for Islamic Banking & Finance (IFIBAF) in Frankfurt kommt zu dem Ergebnis, dass unter der muslimisch geprägten Gemeinde in Deutschland Nachfrage nach islamisch-konformen Produkten im Altersvorsorgemarkt der Bundesrepublik besteht.
 
Mit einem Gesamtvolumen von aktuell geschätzten US$ 900 Mrd. und einem prognostizier-
ten jährlichem Wachstum von 15 bis 20% gehört das Segment Islamic Finance zu einem der interessantesten Bereiche im internationalen Bankgeschäft. In der islamisch geprägten Hemisphäre, u.a. in der Golfregion sowie in Malaysia, werden islamisch-konforme Produkte bereits erfolgreich angeboten, parallel zu deren konventionellen Counterparts im Privat-
kundengeschäft. Über ähnliche Erfahrungswerte verfügt Großbritannien, wo bereits mehr als 20 englische Geschäftsbanken über ein sogenanntes Islamic Window entsprechende Pro-
dukte offerieren, schon fünf islamische Banken gegründet wurden und islamische Zertifikate (Sukuk) mit einem Volumen von GBP 6 Mrd. an der Londoner Börse gelistet sind. In Deutschland dagegen steht die Entwicklung des Marktes für islamisch konforme Konzepte erst am Anfang.  -anm-
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12. März 2010
 
Industriemesse am Golf 2011
 
Es ist noch eine Weile hin bis zur Gulf Industry Fair 2011 in Bahrain vom 18. bis 20. Januar 2011 – aber im Falle eines Besuches sollte das schon jetzt überlegt sein. Die Gulf Industry Fair findet zum vierten Mal statt und deckt Branchen wie Aluminium, Metall, Automation, Energy, Logistik and Fabrikation ab. Die Veranstalter gehen davon aus, dass hier die Ent-
scheidungsträger aus der Region zu finden sind.
 
Der größte Markt in der Region, Saudi-Arabien, ist gerade 45 Minuten entfernt. Besucher aus dem Königreich stellen traditionell ein Drittel aller Besucher. Nähere Einzelheiten unter
www.gulfindustryfair.com.  -wm-
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11. Januar 2010
 
Jobs am Golf im Wandel
 
Die Golfstaaten als Paradies für Jobsuchende? Die Daten sind ernüchternd: 2009 wurden in den VAE 16 % der Arbeitsplätze abgebaut, in Kuwait zehn Prozent, und selbst in Qatar neun Prozent. Dennoch sind am Golf weiter Stellen zu finden – 2010 planen 51 der Firmen in der Region Neueinstellungen, auch über die Fluktuation hinaus.
 
Dies ergab eine Studie der führenden Arbeitsagentur GulfTalent auf der Basis einer Befragung von 24.000 Beschäftigten in 3000 Unternehmen einschließlich 900 Personal-
chefs. Die Daten lassen sich als Normalisierung des Arbeitsmarktes in der Region bewerten. „Wir nutzten die Gelegenheit, einige Leute los zu werden, die wir nie hätten einstellen sollen", wird einer der Personalmanager zitiert.
 
Zur Normalisierung gehört der Trend, dass die Anforderungen an die Qualifikation von Exper-
ten aus dem Ausland steigen, dass immer mehr Stellen von Einheimischen besetzt und Arbeitsrechte gestärkt werden. Zwischen 2008 und 2009 sind auch.die Löhne gesunken.
Die Planungen für 2010 dürften Gewerkschaften in Europa aber immer noch vor Neid erblassen lassen. In Oman als Spitzenreiter wird von durchschnittlich plus 9,7 % ausge-
gangen (bei einer erwarteten Inflationsrate von 3,0 %), in Qatar von 6,6 Prozent (bei 3,2 % Teuerung), in Saudi-Arabien von 7,0 % (bei 3,5 % Teuerung). Im Fall von Kuwait steht der Prognose von 4,2 % Lohnsteigerung eine Inflationsrate von 4,5 % gegenüber.
 
In der Zusammenstellung zum erwarteten Wirtschaftswachstum von GulfTalent, die sich nicht mit den staatlichen Prognosen deckt, steht 2010 Qatar mit 24,5 % an der Spitze. Begründet wir dies mit dem Start neuer Gas-Förderprojekte. Es folgen Kuwait mit plus
4,4 %, Oman mit 3,9 %, Bahrain mit 4,0 %, die Emirate mit 3,4 % und Saudi-Arabien mit 3,2 %.  -wm-
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1. Januar 2010
 
Das höchste Staatsbudget in der Geschichte Saudi-Arabiens
 
Das Kabinett des Königreichs Saudi-Arabien in Riyad hat mit 540 Mrd. SR für 2010 – umgerechnet gut 100 Mrd. € – das höchste Jahresbudget seit der Gründung des Staates verabschiedet. Das Staatseinkommen wurde für 2010 auf 470 Mrd. SR geschätzt.
 
Die Regierung des Königreichs rechtfertigte die Erhöhung des Staatsetats um 14 % im Vergleich zum Vorjahr mit dem Verfall der Ölpreise und der Weltwirtschaftskrise: Beides habe die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den verschiedensten Sektoren notwendig gemacht. Gut 48 % des Budgets sollen deshalb für neue Projekte verwendet werden.
 
Zudem fließen allein 25,5 % des Budgets in den Bildungssektor, 11,3 % in das Gesund-
heitssystem und 4,4 % in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Weitere 4,2 % werden dem kommunalen Bereich zugeschlagen.  -anm-
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