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Infobörse für die Wirtschaft Wussten Sie schon, dass ... ... die südarabischen Ackerterrassen zu den weltweit ältesten Ackerterrassen gehören, die heute noch genutzt werden? Diese ökologisch optimal angepasste Landnutzungsform im jemenitischen Gebirge reicht 3000 Jahre zurück. Modell der neuen Stadt Rawabi in Palästina Ackerterrassen bei Menakha ![]() 2. August 2010 Freihandelszonen im weltweiten Vergleich – die VAE liegen vorne Die Dubai Airport Free Zone steht auf Platz zwei im internationalen Freihandels- zonen-Vergleich des Foreign Direct Investment (fDi) Magazine. Bewertet wurden in der Studie „Free Zones of the Future 2010/11 200 der über 700 Freihandelszonen weltweit. Insgesamt schafften es sieben Sonderwirtschafts- zonen aus vier arabischen Ländern in die Top 10. Platz eins belegt zwar die Shanghai Walgaoqlao Free Trade Zone in China – China taucht aber unter den weiteren Top 25 nicht mehr auf. Auffällig ist dagegen die Präsenz der Freihandelszonen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die sieben der ersten 25 Plätze belegen. Nur in den Frei- handelszonen dürfen ohne inländische Gesellschafter Unternehmen in den VAE gegründet werden, steuerlich gelten Sonderkonditionen. Zugleich ist das System der Freihandelszonen in den VAE sehr ausdifferenziert. Das Ranking ergab sich aus der Bewertung von acht Einzelkategorien. Der Gewinner unter den arabischen Freihandelszonen, die Dubai Airport Free Zone, platziert auch in den Kategorien „Best Foreign Direct Investment Promotion Strategy und „Best Transport an zweiter Stelle. Beim Transport sind die VAE ohnehin ganz vorne: sie besetzen acht der 10 besten Plätze; die Jebel Ali Free Zone steht hier ganz vorne. Als „Best Incentives wurden vom fDi Magazine abermals drei Kandidaten in den VAE ermittelt: Dubai Knowledge Village, Dubai Media City und Ajman Free Zone. Jordanien ist mit der Aqaba Special Economic Zone auf Platz vier im weltweiten Vergleich und Platz zwei in der Kategorie „Best Airport Zone dabei. Gut schneidet auch die Tanger Free Zone in Marokko ab: als zweitbeste Hafenzone insgesamt auf Platz acht im weltweiten Vergleich. Als weitere Kategorien gingen die Faktoren Wirtschaftspotential, Wirtschaftlich- keit und Infrastruktur in das Ranking mit ein. -anm- ________________________________________________________________ 28. Juli 2010 Nicht überall sind die Geschäfte leicht Die Arabische Welt ist kein homogener Wirtschaftsblock – ebenso wenig wie Europa. Die Weltbank hat in einem Bericht „Doing Business in the Arab World 2010 die Unterschiede herausgearbeitet. Am einfachsten sind demnach Geschäfte mit Saudi-Arabien. Im Vergleich zwischen allen Ländern auf der Welt besetzt das Land Rang 13 des „Ease of Doing Business-Index. Es folgen Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Qatar und Kuwait sowie Oman und Tunesien. Das setzt natürlich immer voraus, dass man die richtigen Kontakte knüpfen konnte. Auch beim Kriterium „ease of starting a business steht Saudi-Arabien auf Platz eins, diesmal gefolgt von Ägypten, den VAE und Tunesien. Es werden Arbeits- kräfte gesucht? Am leichtesten sind sie in Bahrain, Oman, Kuwait und den VAE zu finden; Marokko bildet hier das Schlusslicht. Kredit gefragt? Den gibt es wiederum am ehesten in Saudi-Arabien, gefolgt von Ägypten, Beim Investoren-Schutz steht Saudi-Arabien auf Platz eins. Und wie sieht es bei grenzüberschreitenden Handelsaktivitäten aus? Da waren beim Ranking die VAE der Gewinner, vor Saudi-Arabien, Ägypten und Bahrain; vom Irak aus läuft eigentlich nichts weiter. Eine Rolle spielen bei Geschäften natürlich die Import-Dokumente, die man jeweils braucht. Die Anzahl schwankt zwischen fünf (Djibouti, Saudi-Arabien und VAE) und elf (Mauritanien). - wm - ________________________________________________________________ 15. Juli 2010 Neue Verkehrswege am Golf - Bahn-Boom steht bevor Schon 2011 sollen die Bauarbeiten für eine Metro in Abu Dhabi beginnen. Das Abu Dhabi Department of Transport will das 131 km lange Streckennetz bis 2016 fertiggestellt haben. Als Kosten allein dafür sind 7 Mrd. US-Dollar angesetzt. Bereits seit 2006 stand das Projekt im Rahmen eines Masterplans für öffentlichen Verkehr in Abu Dhabi in Planung. Neben der - weitgehend unterirdisch verlaufenden - U-Bahn sieht die Planung zudem Fernverkehrs- strecken und Straßenbaumaßnahmen vor. Insgesamt sollen 82 Mrd. US-Dollar für den Ausbau des Verkehrswesens ausgegeben werden. Die Metro Abu Dhabi wird das fünfte U-Bahn-Netz im Nahen Osten - nach Haifa (1959), Kairo (1987), Teheran (1999) und Dubai. In Dubai wurde erst im September 2009 nach vierjähriger Bauzeit der erste Teilabschnitt eröffnet. Im August 2011 steht die Fertigstellung einer zweiten U-Bahn-Linie an. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts war um das Jahr 2020 geplant. Seit Anfang 2010 jedoch verlangsamen Finanzierungsprobleme den weiteren Bau - dabei wurde erst letztes Jahr bekanntgegeben, dass sich nach einer Erweiterung der Pläne für das 4-linige Metronetz die anfänglich veranschlagten Baukosten von rund 3,8 Mrd. € auf 5,7 Mrd. € erhöht haben: Schließlich soll sich die auf 170 bis 200 km lange, durchwegs führerlose Metro zum Rückgrat eines Verkehrs- verbundes zwischen Schienen-, Straßen- und Wasserwegen etablieren. Auch in Jeddah, Damaskus und sogar Bagdad sind die Errichtung von Metronetzen in Planung. Das sind aber nur Bausteine des Umbruchs, in dem sich das gesamte Verkehrssystem in den schnell wachsenden Golfstaaten und auf der arabischen Halbinsel befindet. Nicht nur städtische Metronetze, sondern auch nationale Fernverkehrsnetze sind in allen Golfstaaten im Gespräch. Eine 1500 km lange Bahnverbindung zwischen den einzelnen Arabischen Emiraten soll in 7 bis 8 Jahren fertig sein (siehe auch http://abu-dhabi-metro.com/featured/gcc-countries-to-get-connected-via-a-rail-system). Es gibt Pläne, eine Hochgeschwindigkeits- Ringbahn rund um die Arabische Halbinsel zu verlegen. Bekanntlich hat die Deutsche Bahn (DB) mit der Qatar Railways Company (RAIL) im November 2009 eine Planungs- und Managementgesellschaft zur Umsetzungs ihres Schienenverkehrskonzepts für Qatar gegründet. Das 1,7 Mrd. € schwere Projekt umfasst sowohl ein Fernverkehrsnetz mit Anbindung an die Nachbarstaaten Bahrain und Saudi Arabien als auch ein Metronetz in der Hauptstadt Doha. Da die demographisch und wirtschaftlich schnell wachsenden Golfstaaten bisher bus- und bahnlos waren bzw. sind, fehlt hier das nötige Fachwissen - und damit öffnet sich mit der Verkehrsplanung wieder ein Bereich, in dem deutsches Knowhow gefragt ist. Auch einige mittelfränkische Firmen führen längst Kooperationsgespräche mit potenziellen Partnern. Eine Übersicht über laufende und geplante Schienenverkehrs-Baumaßnahmen (und andere Bauvorhaben im Mittleren Osten) findet sich unter: http://www.zawya.com/middle-east/transport - anm - ________________________________________________________________ 4. Juni 2010 Golfstaaten streben nach wirtschaftlicher Führung Nach neuesten Daten der National Commercial Bank (NCB) in Saudi-Arabien (der größten Bank des Landes) summierte sich das Außenhandelsvolumen der sechs Golf-Staaten Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate (VAE) 2009 auf 758 Mrd. Dollar. 55 Prozent wurden mit Geschäftspartnern in Asien abgewickelt. Im angelaufenden Jahrzehnt würden die Golfstaaten einer der führenden Wirtschaftsmächte der Welt sein, heißt es in einem aktuellen NCB-Bericht. Natürlich muss man sich die einzelnen Länder ansehen. Beispiel: VAE. Nach den neuesten Prognosen von Anfang Juni geht das Wirtschaftsministerium in den Vereinigten Arabischen Emiraten für dieses Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent aus. Drastisch gesunken ist die Inflationsrate: von 12,3 Prozent im Jahr 2008 auf voraussichtlich nur noch 1,1 Prozent in laufenden Jahr 2010. Unschön: Die VAE und andere verabschieden sich vom Euro in ihren Währungs- reserven. Der Iran hatte zuletzt sein Öl nur noch gegen Euro verkauft, ist aber reumütig zum Dollar zurückgekehrt. -wm- ________________________________________________________________ 29. Mai 2010 Aqaba als neues Drehkreuz Das Gebiet um den jordanischen Hafen Aqaba am Roten Meer wird zu einem neuen internationalen Wirtschafts-, Finanz- und Tourismus-Zentrum im Nahen Osten ausgebaut. Der Spatenstich für das 10 Mrd.-Dollar Projekt "Marsa Zayed" erfolgte am 28. Mai 2010. Investor ist Al Maabar International Investments aus Abu Dhabi. Erwartet werden Investitionen von insgesamt 18 Mrd. Dollar. -wm- ________________________________________________________________ 21. März 2010 Marktpotential für islamisch-konforme Bankprodukte in Deutschland Eine Studie des Institute for Islamic Banking & Finance (IFIBAF) in Frankfurt kommt zu dem Ergebnis, dass unter der muslimisch geprägten Gemeinde in Deutschland Nachfrage nach islamisch-konformen Produkten im Alters- vorsorgemarkt der Bundesrepublik besteht. Mit einem Gesamtvolumen von aktuell geschätzten US$ 900 Mrd. und einem prognostizierten jährlichem Wachstum von 15 – 20% gehört das Segment Islamic Finance zu einem der interessantesten Bereiche im internationalen Bank- geschäft. In der islamisch geprägten Hemisphäre, u.a. in der Golfregion sowie in Malaysia werden islamisch-konforme Produkte bereits erfolgreich angeboten, parallel zu deren konventionellen Counterparts im Privatkundengeschäft. Über ähnliche Erfahrungswerte verfügt Großbritannien, wo bereits mehr als 20 englische Geschäftsbanken über ein sogenanntes Islamic Window entspre- chende Produkte offerieren, schon fünf islamische Banken gegründet wurden und islamische Zertifikate (Sukuk) mit einem Volumen von GBP 6 Mrd. an der Londoner Börse gelistet sind. In Deutschland dagegen steht die Entwicklung des Marktes für islamisch konforme Konzepte erst am Anfang. -anm- ________________________________________________________________ 12. März 2010 Industriemesse am Golf 2011 Es ist noch eine Weile hin bis zur Gulf Industry Fair 2011 in Bahrain vom 18. bis 20. Januar 2011 – aber im Falle eines Besuches sollte das schon jetzt überlegt sein. Die Gulf Industry Fair findet zum vierten Mal statt und deckt Branchen wie Aluminium, Metall, Automation, Energy, Logistik and Fabrikation ab. Die Veranstalter gehen davon aus, dass hier die Entscheidungsträger aus der Region zu finden sind. Der größte Markt in der Region, Saudi-Arabien, ist gerade 45 Minuten entfernt. Besucher aus dem Königreich stellen traditionell ein Drittel aller Besucher. Nähere Einzelheiten unter www.gulfindustryfair.com -wm- ________________________________________________________________ 11. Januar 2010 Jobs am Golf im Wandel Die Golfstaaten als Paradies für Jobsuchende? Die Daten sind ernüchternd: 2009 wurden in den VAE 16 % der Arbeitsplätze abgebaut, in Kuwait zehn Prozent, und selbst in Qatar neun Prozent. Dennoch sind am Golf weiter Stellen zu finden – 2010 planen 51 der Firmen in der Region Neueinstellungen, auch über die Fluktuation hinaus. Dies ergab eine Studie der führenden Arbeitsagentur GulfTalent auf der Basis einer Befragung von 24.000 Beschäftigten in 3000 Unternehmen einschließlich 900 Personalchefs. Die Daten lassen sich als Normalisierung des Arbeitsmarktes in der Region bewerten. „Wir nutzten die Gelegenheit, einige Leute los zu werden, die wir nie hätten einstellen sollen", wird einer der Personalmanager zitiert. Zur Normalisierung gehört der Trend, dass die Anforderung an die Qualifikation von Experten aus dem Ausland steigen, dass immer mehr Stellen von Einhei- mischen besetzt und Arbeitsrechte gestärkt werden. Zwischen 2008 und 2009 sind auch.die Löhne gesunken. Die Planungen für 2010 dürften Gewerkschaften in Europa aber immer noch vor Neid erblassen lassen. In Oman als Spitzenreiter wird von durchschnittlich plus 9,7 % ausgegangen (bei einer erwarteten Infla- tionsrate von 3,0 %), in Qatar von 6,6 Prozent (bei 3,2 % Teuerung), in Saudi- Arabien von 7,0 % (bei 3,5 % Teuerung). Im Fall von Kuwait steht der Prognose von 4,2 % Lohnsteigerung eine Inflationsrate von 4,5 % gegenüber. In der Zusammenstellung zum erwarteten Wirtschaftswachstum von GulfTalent, die sich nicht mit den staatlichen Prognosen deckt, steht für 2010 Qatar mit 24,5 % an der Spitze. Begründet wir dies mit dem Start neuer Gas-Förder- projekte. Es folgen Kuwait mit plus 4,4 %, Oman mit 3,9 %, Bahrain mit 4,0 %, die Emirate mit 3,4 % und Saudi-Arabien mit 3,2 %. -wm- ________________________________________________________________ 1. Januar 2010 Das höchste Staatsbudget in der Geschichte Saudi-Arabiens Das Kabinett des Königreichs Saudi-Arabien in Riyad hat mit 540 Mrd. SR für 2010 – umgerechnet gut 100 Mrd. € – das höchste Jahresbudget seit der Gründung des Staates verabschiedet. Das Staatseinkommen wurde für 2010 auf 470 Mrd. SR geschätzt. Die Regierung des Königreichs rechtfertigte die Erhöhung des Staatsetats um 14 % im Vergleich zum Vorjahr mit dem Verfall der Ölpreise und der Welt- wirtschaftskrise: Beides habe die Schaffung neuer Arbeitsplätze in den verschiedensten Sektoren notwendig gemacht. Gut 48 % des Budgets sollen deshalb für neue Projekte verwendet werden. Zudem fließen allein 25,5 % des Budgets in den Bildungssektor, 11,3 % in das Gesundheitssystem und 4,4 % in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Weitere 4,2 % werden dem kommunalen Bereich zugeschlagen. -anm- ________________________________________________________________ 23. Dezember 2009 Weltbank macht Geld für Riesen-Solarkraftwerke locker Die Weltbank hat ihre Beteiligung am Bau von solarthermischen Kraftwerken in Jordanien, Ägypten, Tunesien, Algerien und Marokko zugesagt. Die Kosten betragen insgesamt 5,5 Milliarden Dollar. Die Mittel werden aus dem "Clean Technology Fund" bereit gestellt. In Tunesien laufen die Vorbereitungen zum Bau von elf Einheiten. Sie sollen einmal einen Gigawatt Strom liefern. Die Weltbank hofft, dass mit diesem Projekt die C02- Emissionen um 1,7 Millionen Tonnen gesenkt werden können. Die Sonne ist eine unerschöpfliche Energiequelle: Mit einem solarthermischen Kraftwerk (Con-centrated Solar Power, CSP), das ein Prozent der Fläche der Sahara bedeckt (300 Kilometer mal 300 Kilometer), könnte theoretisch der gesamte Strombedarf der Erde gedeckt werden, heißt es in einer Hintergrund- Information aus dem Hause Siemens. Bei der Stromerzeugung in CSP-Anlagen entsteht keinerlei klimaschädliches Kohlendioxid. Solarthermische Kraftwerke sind neben Offshore-Windkraftanlagen ein Schlüsselbestandteil des Desertec-Projekts. Bei diesem Projekt soll der Strom die Region versorgen und zudem über Stromautobahnen, so genannte Hochspannungsgleichstromübertragungen (HGÜ), von Afrika nach Europa übertragen werden. Die ersten europäischen solarthermischen Kraftwerke gibt es in Spanien, in den USA seit rund 20 Jahren. Das Grundprinzip der solarthermischen Stromerzeugung ist einfach: Sonnen- energie erhitzt Wasser, das verdampft und eine Turbine antreibt. Deren Bewegung setzt ein Generator in Strom um. Da die Wärme über Stunden etwa in Tanks mit geschmolzenem Salz zwischengespeichert werden kann, liefert ein solches Kraftwerk auch Strom, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Experten gehen davon aus, dass der Markt für solarthermische Kraftwerke bis 2020 im zweistelligen Prozentbereich pro Jahr wachsen dürfte. In so genannten Parabolrinnen-Kraftwerken wird die Energie der Sonne durch Parabolspiegel auf kleiner Fläche gebündelt. In der Brennlinie der halb offenen Spiegel, die dem Lauf der Sonne nachgeführt werden, befindet sich ein Rohr, der Receiver. Darin zirkuliert eine Flüssigkeit als Wärmeträgermedium – derzeit meist ein synthetisches Thermo-Öl. Es erhitzt sich und gibt die Energie über einen Wärmetauscher an Wasser ab. Dabei treten Temperaturen auf, die geringer als bei anderen dampfbetriebenen Kraftwerken sind, üblicherweise zwischen 370 und 550 Grad Celsius. Schnelle Anfahrtszeiten sowie tägliche Start-ups von Parabolrinnen-Kraftwerken erfordern spezielle Turbinen. In diesem Markt sieht sich Siemens weltweit führend. Siemens hat bereits Dampfturbinen-Aufträge für mehr als 50 derartige Projekte erhalten. -wm- ________________________________________________________________ 20. Dezember 2009 Qatar finanziert neue Stadt in Palästina Mit Kapital aus Qatar soll in Palästina eine ganz neue Stadt für 25.000 arabische Einwohner errichtet werden. Der "Masterplan" wurde jetzt von den zuständigen Behörden genehmigt. "Rawabi" (auf deutsch: die Hügel) heißt die Stadt, und sie soll neun Kilometer nördlich von Ramallah gebaut werden. Vorgesehen sind 25.000 Wohnungen. Bauherr ist die Bayti Real Estate Development Company, die der Staatsholding Qatari Diar Real Estate Investment Company und der Firma Massar International des Unternehmers Bashar Masri aus Nablus gehört. In früheren Pressemitteilungen des Unternehmens ist von geschätzten Kosten über 200 Millionen US-Dollar die Rede. Der in Paris erscheinende Figaro zitiert Masri mit der Feststellung: "Wir haben einen akuten Mangel an Wohnungen in Palästina. Anstatt bestehende Städte auszuweiten, bauen wir eine ganz neue". Der Unternehmer aus Nablus hat bisher vor allem Projekte in Marokko errichtet. - wm - ________________________________________________________________ 21. November 2009 Jordanien rüstet IT-Sektor auf Der jordanische König Abdullah hat einen Aktionsplan zur Entwicklung des IT-Sektors ausgerufen. Er soll bis Ende des Jahres endgültig formuliert sein und zielt auf privates Unternehmertum einschließlich "Start-ups". Dafür stehen auch entsprechende Finanzmittel bereit. Ein Ziel ist die Schaffung von 18 000 neuen Jobs in der Branche im Land. Geplant ist gleichzeitig, die "Internet-Durchdringung" im Land bis 2011 auf 50 Prozent zu erhöhen. Im Oktober lag der Wert erst bei 24 Prozent. (Quelle: Jordan Times). Klar ist: Firmen in Jordanien brauchen zur Umsetzung der Pläne jede Menge Partner. - wm - ________________________________________________________________ 5. November 2009 VAE seit 6 Jahren schuldenfrei – gemeinsames Budget in Rekordhöhe Die meisten Investitionen in den Golfstaaten laufen über die Budgets der einzelnen Emirate, doch es gibt auch ein kleines Budget für Gemeinschafts- aufgaben in den Vereinten Arabischen Emiraten. Nach Zeitungsmeldungen aus dem Golf ist dieses Budget jetzt verabschiedet und hat mit umgerechnet 8 Mrd. Euro eine Rekordhöhe. Schwerpunkte bei den geplanten Ausgaben sind die Bereiche Bildung (22,7 Prozent), Gesundheit und Wohnungsbau. Ein Defizit ist nicht vorgesehen. Damit bleiben die Emirate zum sechsten Jahr hintereinander schuldenfrei. Mittlerweile erwarten Analysten auch im Fall von Kuwait für dieses Jahr einen Überschuss aus den Öleinnahmen über 20 Mrd. US-Dollar. Die Finanzpolitik am Golf ist traditionell sehr konservativ. So bleibt Kuwait für 2010 bei einem Ansatz, der einen Ölpreis von 35 Dollar pro Barrel zur Grundlage hat. Oman ist mutig und hat die Prognose von 45 Dollar für 2009 auf 50 Dollar im nächsten Jahr erhöht. -wm- ________________________________________________________________ 18. Oktober 2009 Die "Arabische Union" am Golf kommt voran Nach einer Meldung der in Bahrain erscheinenden Gulf Daily News schreiten die Vorbereitungen zu einer Einheitswährung für sechs Länder am Golf zügig voran. Ein Währungs-Gipfel wird dazu für Januar vorbereitet. Saudi-Arabien hat nach der Meldung den Vertrag dazu bereits ratifiziert. Nach der Meldung ist das Endziel eine Wirtschaftsgemeinschaft und eine Zentralbank nach dem Vorbild der EU, eine Zollunion, ein gemeinsamer Markt und ein alle Länder verbindendes Eisenbahnprojekt. Das Projekt wird seit Jahren vorbereitet, scheint nun aber in die Realisierungsphase zu kommen. - wm - ________________________________________________________________ 1. Oktober 2009 Veranstaltungen für die Wirtschaft Eine mehrtägige Fortbildungsveranstaltung soll im Frühjahr 2010 Unternehmen aus der Region auf den Markteintritt in Arabien vorbereiten. Veranstalter der Qualifizierungsmaßnahme zum "Orient-Manager" sind das Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg und das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft (bbw) gGmbH in Zusammenarbeit mit TrappNetworks und dem Arabischen Museum Nürnberg e.V. Das Projekt soll durch den Europäischen Sozialfonds (ESF) bezuschusst werden. Genauere Infos lesen Sie unter Aktuelles. Unter der Vortragsreihe „Tipps und Tricks für erfolgreiche Unternehmer" hält unser Vorsitzender Prof. Horst Kopp am 20. Oktober 2009 einen Vortrag mit dem Titel: „Business jenseits des Mittelmeeres – Arabien als Region unbegrenzter Chancen" im Nordostpark Nürnberg. Der Vortrag ist für alle, die über das Marktpotential der Arabischen Welt informiert werden wollen und Tipps für den Umgang mit arabischen Geschäftspartnern benötigen. Beginn: 18:00 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Weitere Infos: http://www.nik-nbg.de/asp/Veranstaltungen.asp?dat_id=9 -anm- ________________________________________________________________ 29. August 2009 Deutsche Firmen profitieren vom Bauboom am Golf Die einzige Region, in der deutsche Firmen im ersten Quartal 2009 ein Export- Wachstum gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr erzeilten, war der Nahe Osten. Freilich ist die Weltwirtschaftskrise auch an den reichen Ölstaaten am Arabischen Golf nicht spurlos vorübergegangen. Staatliche Bauentwicklungs- gesellschaften ließen ihre Subunternehmer dursten und lösten damit eine Lawine von Zahlungsausfällen aus. Heute begleichen sie ihre Rechnungen wieder – mit Abschlägen von 20 bis 40 %! Aufgrund des zögerlichen, restriktiven Verhaltens der Banken sind viele Privatkunden noch immer in Zahlungsproblemen. Die Krise hat aber auch eine Senkung der Stahl- und Betonpreise um 30 bis 40 % bewirkt. Dies könnte die Bauindustrie neu ankurbeln und die Neuaus- schreibung vieler Projekte anreizen. Tatsächlich erlebt der Nahe Osten trotz Finanzkrise einen Bauboom. 2,1 Billionen Dollar schwere Infrastrukturprojekte sind laut National Bank of Kuwait derzeit auf der Arabischen Halbinsel in Bau oder in Planung. Dies beinhaltet den Bau von Straßen und Brücken, Flughäfen, Kraftwerken und Abwassersystemen. In Dubai z.B. sollen trotz inzwischen neun- monatiger Immobilienkrise der Burj Dubai, der höchste Turm der Welt, sowie die U-Bahn noch 2009 fertiggestellt werden und Dubai World Central, der größte Flughafen der Welt, im Sommer 2010. Insgesamt wollen die VAE bis 2011 rund 530 Mrd. Dollar für Infrastrukturmaßnahmen ausgeben. Katar will da nicht zurückstehen. An deutschen Firmen sind hier u.a. die Deutsche Bahn, Eon, Linde, Hochtief, Wintershall und Süd-Chemie vertreten – beispielsweise mit Aufträgen für ein 1,3 Mrd. Dollar teures Einkaufszentrum oder einen 45 km langen Verbindungsdamm zwischen Katar und Bahrain. Als bedeutendster Zukunftsmarkt im arabischen Raum gilt bei deutschen Firmen aber immer noch Saudi-Arabien. Aufgrund der schnell zunehmenden Bevöl- kerungszahlen ist auch dort in den nächsten Jahren mit steigendem Bedarf an Kraftwerken, Leistungsnetzen, Wasserver- und -Entsorgungssystemen sowie Verkehrswegen zu rechnen. Zudem zeigen die Golfstaaten Ehrgeiz beim Ausbau ihrer Infrastruktur im Gesundheits- und im Bildungssektor. -anm- _________________________________________________________________________ 19. August 2009 Ramadan 2009: 21. August – 19. September Am 21. August beginnt dieses Jahr der Ramadan, der heilige Monat für alle Muslime. Während des ganzen Monats wird gefastet – das Fasten ist eine der religiösen Pflichten des Islam: Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang wird weder gegessen und getrunken, noch geraucht. Erst nach Sonnenuntergang wird „gefrühstückt" – oft vergnügt man sich dann im Kreis von Verwandten und Freunden. Was bedeutet das für die Geschäftswelt? Viele Muslime machen die Nacht zum Tag und schlafen sich tagsüber aus. Während des Ramadan laufen die Uhren einfach anders. Wer also während des Ramadan hofft, mit Muslimen Geschäfte abschließen zu können, wird oft enttäuscht – das macht aber nichts, schließlich hat das islamische Jahr noch elf andere Monate. Allerdings freuen sich Ihre muslimischen Geschäftspartner über einen Glückwunsch per SMS oder Post zu Beginn des Ramadan (ab 21.08.2009) oder zum „Ramadanfest oder „Fest des Fastenbrechens, das in den ersten drei Tagen nach dem Ramadan gefeiert wird. Es beginnt am 20. September 2009 und ist das zweitwichtigste Fest der Muslime. Noch ein weiteres Fest wird während des Ramadan gefeiert: Die „Nacht der Offenbarung am 27. Ramadan (16.09.2009), während der der Prophet Mohammed seine erste Offenbarung erhalten haben soll. Auch telefonisch können während des Ramadan Verbindungsschwierigkeiten auftreten: Eine Verbindungsauswertung des Mobilfunkanbieters Ortel Mobile ergab, dass dessen muslimische Kunden während des Fastenmonats deutlich mehr telefonieren und SMS versenden als während des restlichen Jahres. Zum Ramadanfest stieg die Handynutzung in den vergangenen Jahren sogar um 50 Prozent an – ähnlich wie bei uns an Weihnachten und Neujahr. Gerade auch bei Auslandsgesprächen in islamische Länder ist daher mit Überlastung der Telefon- netze zu rechnen. Wer während des Ramadan in islamische Länder reist, sollte sich rücksichtsvoll verhalten und in der Öffentlichkeit ebenfalls tagsüber nicht essen, trinken oder rauchen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen einen friedlichen Ramadan und einen schönen Spätsommer! -anm- _________________________________________________________________________ 31. Juli 2009 Messen in Abu Dhabi eröffnen Markchancen Vielfältig ist im Herbst 2009 das Messeprogramm in Abu Dhabi, das vielleicht gerade mittelständischen Firmen Tore öffnen könnte. Nur vier Beispiele: - vom 11. bis 13. Oktober die "Power Generation & Water Middle East 2009". Sie soll Abu Dhabis "Vision 2030" verwirklichen helfen. Näheres im Internet unter www.powerandwaterme.com - vom 18. - 20. Oktober die "Memex 2009" - Abkürzung für Middle East Manufacturing Exhibition. Es geht um Technologien, Maschinenbau, Werkzeuge und Lösungen. Im Internet ist in der Selbstdarstellung zu lesen: "Memex is now regarded as the key industrial platform providing international and regional suppliers with a dedicated opportunity to meet and do business with key industry players and decision makers from the regional manufacturing sector. The results of the previous editions demonstrates the event has established it's position as the leading manufacturing sector trade show in the region" – unter www.memexnews.com - vom 26. - 28. Oktober die "Fashion Expo Arabia". Dabei geht es, laut www.fashionexpoarabia.com auch um Accessoirs. - vom 3. - 5. November die "Halal World Expo 2009" für die Lebenmittelindustrie und Lifestyle-Produkte. Näheres: www.halalworldexpo.com Angaben ohne Gewähr. - wm - _________________________________________________________________________ 9. Juli 2009 Irak – ein sehr spezielles Pflaster Als aktuelle Informationsbasis über den Irak ist die Website www.wp-irak.de empfehlenswert. Die "Wirtschaftsplattform" (= wp) wird vom Auswärtigen Amt gefördert. Von dieser Plattform gibt es einen wöchentlichen Newsletter. Aus dem letzten z.B.: "Das Elektrizitätsministerium sucht für den Transport von Erdgas und Benzin zum Shuiba-Kraftwerk in Nadschaf einen starken Logistik- Partner." Oder: "Für die Abwasserverarbeitung benötigt der Betreiber einer Industrieanlage zur Herstellung von Stärke und Dextrin einen professionellen Partner." Der Irak ist für Geschäftsbeziehungen natürlich nach wie vor ein sehr spezielles Pflaster. Allein die Fahrt vom Flughafen in die "grüne Zone" ist abenteuerlich, wie es Vorstandsmitglied Wolfgang Mayer vom Museumsverein dieser Tage erleben musste. Bitte bereiten Sie Ihre Reise in den Irak gut vor und beachten Sie auf jeden Fall die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes. -wm- _________________________________________________________________________ 16. Juni 2009 Mehr Flugverbindungen Die europäische und die arabische Welt wachsen durch eine zunehmende Zahl von Flugverbindungen auch im Verbund der Star Alliance enger zusammen. Die Lufthansa hat – obwohl sie die Flugkapazitäten insgesamt reduziert – ihre Flüge auf die arabische Halbinsel im Sommer von bisher 30 auf bis zu 47 Verbindungen ausgeweitet. Die saudi-arabischen Städte Jeddah und Riad sind täglich durch einen Nonstopflug mit Frankfurt verbunden. Auch die omanische Stadt Muscat kann ab Sommer täglich via Abu Dhabi bzw. Bahrain angeflogen werden. Ab 22. September soll der Lufthansa Business Jet erstmals auf der Strecke von Frankfurt nach Bahrain und von Frankfurt nach Dammam (Saudi- Arabien) jeweils nonstop eingesetzt werden. Austrian Airlines bietet, neu, bereits seit Mai dreimal wöchentliche Verbindungen von Wien nach Amman an. Weitere Flüge gehen von der österreichischen Hauptstadt unter anderem nach Dubai, Damaskus, Kairo, Erbil, Riad und Jeddah. Turkish Airlines fliegt vom 29. Juni an von Istanbul pro Woche jetzt vier- statt dreimal nach Sana'a im Jemen. Nach Beirut geht es dann zweimal täglich, nach Tunis sieben statt fünfmal in Woche. Das Drehkreuz Istanbul wird von Turkish Airlines von Berlin Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln. München, Nürnberg und Stuttgart direkt angeflogen. Die Swiss Air hat das Ziel Tripolis ab Zürich gestrichen. - wm - _________________________________________________________________________ 31. Mai 2009 Marktchancen weiter vergleichsweise gut – speziell beim Thema Wasser Ein Beispiel für Marktchancen im arabischen Raum ist die Abwasser- Aufbereitung. Nach einer aktuellen Studie der „Global Water Intelligence werden im Mittleren Osten 2009 dazu 5,3 Mrd. Dollar investiert. Der Wert werde bis 2016 auf 13,3 Mrd. Dollar ansteigen, heißt es. Die Zahlen sind unabhängig von den Investitionen in Wasser-Entsalzungsanlagen. Hier liegt das jährliche Marktvolumen inzwischen bei rund 8 Mrd. Dollar. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in seinem Halbjahresbericht, der im Mai 2009 erschien, generelle neue Wachstumsprognosen für die arabischen Länder veröffentlicht. Für die ölexportierenden Länder des Mittleren Ostens ergibt sich in der Vorhersage für 2009 ein Durchschnittswert von 2,2 %, für 2010 von 3,7 %.Prozent. Für die Marktchancen sind die Vergleichswerte wichtig: Für die Euro-Zone geht der IWF noch von minus 4,2 % aus. Im Fall von Kuwait fällt die Prognose mit minus 1,1 % für dieses Jahr (aber schon wieder plus 2,4 % in 2010) am schlechtesten aus. Allerdings sind seit Erstellung der Prognose die Rohölpreise wieder deutlich gestiegen – die Perspektiven sehen also längst wieder besser aus. Das gilt insgesamt nach den Zeichen Ende Mai für die gesamte Weltkonjunktur. Im Fall der nicht vom Öl abhängigen Staaten ist der IWF sogar von vornherein optimistischer. Ägypten ist mit Wachstumserwartungen von 3,6 % in 2009 Spitzenreiter, Syrien und Jordanien stehen mit jeweils 3,0 % in der Liste. Das letztgenannte Königreich ist mit einer Erwartung von plus 4,0 % für 2010 top. - wm - ________________________________________________________________ Liebe Wirtschaftsvertreter, im Anschluss an unseren Arabien Round Table, den wir am 7. Mai in Zusammen- arbeit mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken eröffnet haben, wollen wir Ihnen hier regelmäßig Informationen aus der Wirtschaft der Arabischen Welt bieten - als Hintergrundinformationen für Ihren Markteintritt oder ihre bestehenden Geschäftsbeziehungen zur Arabischen Welt. Um ein Netzwerk zu schaffen, würde ich hier auch gerne Ihre Erfahrungsberichte als pdf zum Download zugänglich machen. Leider haben wir hier (noch) nicht die Möglichkeit, ein Forum zu betreuen, aber wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, werde ich diese hier gerne veröffentlichen. Über Ihr Feedback freue ich mich: nadine@arabischesmuseum.de Herzliche Grüße, Ihre Anja-Nadine Mayer |