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Standort – Warum in Nürnberg? Wussten Sie schon, dass ... ... die moderne Chirugie auf den arabischen Arzt Abu al-Qasim al-Zahrawi zurückgeht? Er lebte und lehrte um 1000 im damals arabischen Cordoba in Andalusien. ![]() Die Alabaster-Moschee der Zitadelle in Kairo ist ein Wahr- zeichen der Stadt. Abu al-Qasim al-Zahrawi ![]() Nürnberg versteht sich als Stadt der Menschenrechte und ist damit für den interkulturellen Dialog prädestiniert. Als mittelalterliches Fernhandelszentrum haben hier die Kontakte auch mit der arabischen Welt Tradition. Das Museum kann in eine bestehende Museumslandschaft integriert werden. Die Verkehrsverbindungen garantieren eine leichte Erreichbarkeit. ![]() ![]() ![]() Nürnberger Christkindlesmarkt Straße der Menschenrechte NürnbergerAltstadt Die Beziehungen zwischen Nürnberg und der Arabischen Welt in der Geschichte Nürnberger Kaufleute gehörten im Mittelalter zu den wichtigsten Spediteuren beim Import von Waren aus dem Orient zwischen Venedig und dem Ländern nördlich der Alpen. 1381 ließ sich die sogenannte „Imhoffsche Handels- gesellschaft als erste in Venedig nieder. In der zweiten Hälfte des 15. Jh. hatten die deutschen Importe aus Venedig einen Wert von umgerechnet 2 Mrd. € – und Nürnberger Handelshäuser den größten Marktanteil. Das Gros der Importe aus dem Orient waren Gewürze. Die Gewürze aus dem Orient waren – neben Honig – die wichtigsten Zutaten für die Nürnberger Lebkuchen, die in der frühen Neuzeit an den europäischen Königshäusern als Spezialität begehrt waren und noch heute das kulinarische Image Nürnbergs mit prägen. Nürnberg war im Mittelalter ein Kompetenzzentrum für die Fertigung von Navigationsgeräten. Diese gelangten in umgekehrter Richtung über Venedig und Genua in den Orient. Nürnberg war Sammelplatz für viele sogenannte Jerusalempilger – darunter viele deutsche Fürsten. Hier zahlten sie ihr Geld vor der gefährlichen Reise über die Alpen ein, in den Kontoren der Nürnberger Händler in Venedig erhielten sie es zurück. Hans Tucher, der am 6. Mai 1479 zu einer Pilgerreise aufbrach, lieferte eine Reisebeschreibung, die vielen anderen Reisenden als Touristenführer diente. Bis 1609 wurden davon mindestens 12 verschiedene Ausgaben gedruckt. Tucher beschrieb nicht nur die Sehenswürdigkeiten, er gab auch viele praktische Tipps, wie sie heute z.B. Polyglott- und Marco Polo-Reiseführer enthalten – wie Angaben zu Formalitäten, zur Kleidung, zum Reisegepäck und zu Souvenirs. Der Nürnberger Arzt Hartmann Schedel machte in seiner 1493 erschienen Schedel'schen Weltchronik – über die damalige Fachwelt hinaus – bedeutende arabische Ärzte wie Avicenna und Averroes bekannt. Salomon Schweigger, ab 1605 Pfarrer der Frauenkirche in Nürnberg, lieferte in einer Beschreibung über seine Reise nach Konstantinopel und Jerusalem erstmals in deutscher Sprache vergleichsweise sachliche Informationen über den Koran. Die MAN in Nürnberg lieferte 1883 die ersten Luxus-Schlafwagen für den Orient- Express aus, der ab 1888 von Paris bis nach Istanbul durchfuhr. Die MAN in Nürnberg war ebenfalls Lieferant für die Wagen des Ostende-Wien-Express, der in Wien an den Orient-Express angehängt wurde. Waggons aus Nürnberg waren nach dem Ersten Weltkrieg auf der Eisenbahnlinie in Palästina zwischen Jaffa und Jerusalem im Einsatz. Bilder aus dem MAN-Archiv zeigen in den 1950er Jahren Schlafwagen der Unternehmens im Bahnhof von Kairo. Traditionell liefert die Leoni AG – früher: die Leonischen Drahtwerke – bis heute aus ihrem Werk in Weißenburg in der Metropolregion Nürnberg die Goldfäden für die Stickereien an dem Tuch, das über die Kaaba in Mekka gehängt ist. Dieses Tuch über dem wichtigsten Heiligtum für Muslime wird jährlich ausgewechselt. |